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Vorträge

Die Vorträge finden, wenn nicht anders vermerkt, um 18 Uhr im Seminarraum 12 des Instituts für Klassische Archäologie (1. Stock) statt


R I N G V O R L E S U N G

Dienstag, 2. Mai 2017 um 18 Uhr c.t.

Maria Vargha, MA MA (Institut für Geschichte, Universität Wien)

Deathly Treasures. The Socioeconomic Interpretation of Jewellery from the Context of Mongol Invasion Hoards and Burials.

This paper examines one specific hoard horizon, which is connected to the Mongol invasion of Hungary (1241-42). It addresses issues concerning hoard finds and material culture, and examines how finds are related when found in different contexts. By comparing hoards related to a single historical event to a contemporaneous site – containing a village, a church, and a cemetery – assessments can be made regarding how hoards reflect social issues such as stratification, wealth, status, and fashion.


V O R T R A G veranstaltet von ETEOKPHTH – Verein zur wissenschaftlichen Erforschung Kretas
Mittwoch, 26. April 2017 um 18 Uhr c.t.
Mag. Dr. Elisabeth Mlinar (Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien)

Die Kykladen Siphnos und Milos. Eine Exkursion zu zwei verschiedenartigen Inseln


R I N G V O R L E S U N G
Dienstag, 25. April 2017 um 18 Uhr c.t.
Univ.-Prof. Dr. E. Christiana Köhler (Institut für Ägyptologie, Universität Wien)

Pharaonischer Hornsteinbergbau im Wadi el-Sheikh in Ägypten. Ein Beispiel für Cultural Appropriation of und Entanglement with Nature.


Im Wadi el-Sheikh in der Ostwüste Ägyptens wurde über Tausende von Jahren Hornstein (auch genannt Silex) abgebaut, der zur Herstellung von Steingeräten und Schmuck diente. In Folge dieser umfassenden antiken Bergbauaktivitäten entstand eine industriell geprägte Krater- und Haldenlandschaft, die ein beredtes Zeugnis davon abgibt, wie sich der Mensch die Natur zu Eigen gemacht hat. In diesem Vortrag werden die jüngsten Forschungsarbeiten der Universität Wien und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum vorgestellt und diverse damit verbundene theoretische und interpretatorische Konzepte näher beleuchtet.

 


R I N G V O R L E S U N G
Dienstag, 4. April 2017 um 18 Uhr c.t.
ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Klara Löffler, MA (Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien)

Die Schublade. Zur Mehrdeutigkeit der dienstbaren Dinge

Die Schublade des Schreibtisches steht für die Mehrdeutigkeit der Dinge im Büro. Die jeweilige Konstruktion von Schreibtischen kann wichtige Aufschlüsse darüber geben, wie jeweils Büroarbeit gedacht wird, welche Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit hinter bestimmten Formen der Arbeitsorganisation und inwieweit hinter diesen Arbeitsweisen Ideen und Ideologien genderspezifischen Arbeitens stehen. Dieser ethnologische Blick auf die Schublade wird ergänzt durch den Blick in die Schublade, wie er in Literatur, aber auch Bildender Kunst zum Sujet wurde.


R I N G V O R L E S U N G
Dienstag, 28. März 2017 um 18 Uhr c.t.
Univ.-Prof. Dr. Lioba Theis (Institut für Kunstgeschichte, Institut für Byzantinistik und Neogräzistik, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien)

Die Lesbarkeit von byzantinischen Baumaterialien


R I N G V O R L E S U N G
Dienstag, 21. März 2017 um 18 Uhr c.t.
Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Öhler (Institut für Neutestamentliche Wissenschaft, Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien)

Die Bedeutung archäologischer Objekte für die Erforschung des frühen Christentums

Der Vortrag wird sich zum einen auf die Frage konzentrieren, wie das Verhältnis von Neutestamentlicher Forschung und Archäologie bestimmt wurde und gegenwärtig bestimmt wird, zum anderen archäologische Funde besprechen, die für die Interpretation der frühchristlichen Texte besonders bedeutsam werden: Der Gekreuzigte von Giv’at ha-Mitvar, die Funde in Qumran und Vereinshäuser auf Delos und in Athen.


R I N G V O R L E S U N G
Dienstag, 14. März 2017 um 18 Uhr c.t.
Univ.-Prof. Dr. Günther Schörner (Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien)

Götter und Töpfe:
 Material Culture Studies im Imperium Romanum

Im Vortrag soll mittels zweier unterschiedlicher archäologischer Fundkategorien – Bilder von Göttern und Tafelgeschirr – dargestellt werden, wie sich Dinge mit spezifischen Praktiken verbinden lassen: Statuen von Göttern sind als Kultbilder und Votivgaben Träger von Konzeptionen des Göttlichen, die in entsprechende Aktionen eingebunden werden. Gleichermaßen spiegeln Gefäße des Essgeschirrs Techniken des Essens als wichtiger Kulturtechnik wider. Da zwei grundverschiedene Objektklassen betrachtet werden, können grundsätzliche methodische Wege in der klassisch-archäologischen Forschung vorgestellt (und zur Diskussion gestellt) werden.


V O R T R A G
Dienstag,  7. März 2017, um 18 Uhr c.t.
Prof. Dr. Marie Louise Bech Nosch (Universität Kopenhagen)

Schiff und Webstuhl

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Anschließend findet die Eröffnung der Ausstellung "Die spinnen, die Frauen. Zur Kulturtechnik der Textilproduktion in der griechischen Antike"in der Archäologischen Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Wien statt.

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H A U S K O L L O Q U I U M
Dienstag, 31. Jänner 2017 um 18 Uhr c.t.
Dr. Hadwiga Schörner (Universität Wien)

Brüche, Neuorientierung, Kontinuität: Das Fach "Klassische Archäologie" an der Universität Wien von 1898 bis 1951 – Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojektes

Am Ende der zweijährigen Förderungszeit des Lise-Meitner-Forschungsprojektes soll ein Fazit der Erforschung schriftlicher Quellen zur Disziplin "Klassische Archäologie" an der Universität Wien in gut 50 Jahren der 1. Hälfte des 20. Jhs. gezogen werden. Von besonderem Interesse sind Eigenorganisation, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und die Archäologische Sammlung sowie die Studierenden, die damals wie heute den Kernbestandteil der Disziplin bilden. Zu berücksichtigen sind ferner zum einen auch andere archäologischen Institutionen in Wien, zum anderen das Archäologisch-Epigraphische Seminar, zu dem das Fach Klassische Archäologie innerhalb des gesamten Untersuchungszeitraumes gehörte. Anhand der genannten Schwerpunkte sollen die Brüche und Kontinuitäten, aber auch mögliche Neuorientierungen innerhalb des Faches vom Dienstantritt Emil Reischs bis zu jenem Otto Walters aufgezeigt werden.

Vor dem Vortrag wird die Schenkung von zwei restaurierten und im Seminarraum aufgehängten Bildern gewürdigt.


H A U S K O L L O Q U I U M
Dienstag, 24. Jänner 2017 um 18 Uhr c.t.
Dr. Marina Ugarković (ÖAW und IKA Wien / Archäologisches Institut Zagreb)

Constructing cultural identities through burials: The case of Hellenistic Issa, a Greek city in the Adriatic

This lecture infers on the results of a recent study conducted on Hellenistic mortuary material evidence from the necropoleis of Issa, one of the latest Greek settlements in the West. Issa was established on the island of Vis in central Dalmatia (modern Croatia) during the Late Classical period, and had its heyday in the Hellenistic era. So far, it remains the only Greek city in this region where necropoleis have been discovered and partially investigated. Such evidence reveals not only insight into dynamic daily cultural practices, such as burial customs, but also shows us how identities were confirmed and constructed during these activities, consequently offering glimpses into the local acculturation processes, as well as the active involvement of Issa in seafaring routes and networks of the central Mediterranean region and beyond.


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 17. Jänner 2017 um 18 Uhr c.t.
Prof. Dr. Carola Reinsberg (Universität Saarbrücken)

Bilder ohne Betrachter. 
Bildrezeption griechischer Sarkophage

Geht man heute über Friedhöfe, ist der Anblick von Erinnerungsmalen und sichtbaren Zeichen des Totengedenkens selbstverständlich. Schlichte Markierungen dienen der Erinnerung, Bildwerke formulieren Trauer und Verlust, vermitteln persönlichen Status ebenso wie allgemeine gesellschaftliche Wertverstellungen. Dies war in den antiken Nekropolen Roms und Athens kaum anders. Die Bilder auf griechischen Grabstelen waren für Passanten sichtbar, die Statuen und Sarkophage in römischen Mausoleen zumindest für die Hinterbliebenen. Ihre visuellen Botschaften blieben für die Nachwelt wirksam.
In den letzten Jahrzehnten kamen in der westlichen Türkei einige griechische Bildsarkophage ans Licht, die von einer sehr anderen Memorialkultur zeugen. In welcher Tradition sie stehen, wie ihre Kontexte zu rekonstruieren und ihre Darstellungen zu verstehen sind, will der Vortrag beleuchten.


H A U S K O L L O Q U I U M
Dienstag, 10. Jänner 2017 um 18 Uhr c.t.
Dr. Katharina Meinecke (Universität Wien)

Der Kalif als spätantiker Herrscher. Kontinuität und Identität in den Herrscherbildern der Umayyaden (7./8. Jh.)

Nur wenige Münzbilder und Darstellungen in Stuck und Malerei aus den sog. Wüstenschlössern in der Levante können als Bildnisse eines Kalifen der Umayyaden, der ersten Dynastie des Islamischen Reiches (661-750 n. Chr.), interpretiert werden. Diese Darstellungen entsprechen keiner uniformen, neuartigen Herrscherikonografie, sondern orientieren sich an römisch-byzantinischen und sasanidischen Vorbildern. In diesem Vortrag sollen die umayyadischen Herrscherbilder zum einen in Hinblick auf ihre möglichen Vorlagen untersucht werden, zum anderen in den weiteren Kontext der global betrachteten 'langen Spätantike' eingeordnet werden. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, was diese Motivauswahl über die Konstruktion einer umayyadischen Herrscheridentität aussagt.


V O R T R A G (Eranos Vindobonensis)
Donnerstag, 15. Dezember 2016, um 17 Uhr s. t.
(Hörsaal 21 des Hauptgebäudes der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsring 1)
Prof. Dr. Marianne Bergmann (Univ. Göttingen)

Konstantins Himmelfahrt und Konsekration
Der Kaiser Konstantin ließ sich auf dem Totenbett taufen, wurde aber dennoch in der Folge, der Tradition entsprechend, zum Divus erklärt. Auf Goldsolidi von Konstantinopel und Kleinerzen von acht Münzstätten fährt der Divus im Wagen zum Himmel auf, in einem vom Sonnengott bekannten Schema. Die Interpretation dieser Münzbilder ist bis heute umstritten und Teil der 'konstantinischen Frage', wie das Nebeneinander von dezidiert christlicher Parteinahme des Kaisers und die langanhaltende Fortführung paganer Traditionen, besonders das Verhältnis zum Sonnengott zu verstehen sei. Der Vortrag vertritt die These, daß die Münzbilder sich aufgrund eines bisher übersehenen Details klar deuten lassen. Ein zweiter Teil geht auf Zweck und Form der Konsekration im nun christlichen Umfeld ein, ein dritter diskutiert vermutete weitere Beispiele solarer Symbolik in Konstantins Spätzeit und damit den Beitrag der Divus-Prägungen zur 'konstantinischen Frage'.

Gäste sind herzlich willkommen!

Im Anschluss an den Vortrag bittet der Eranos Vindobonensis in die Räumlichkeiten des Instituts für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik zu einem Gläschen Wein.


Berufungsverfahren / Vortragsreihe "Spätantike und Frühchristliche Archäologie"

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G A S T V O R T R A G
Dienstag, 13. Dezember 2016 um 18 Uhr c.t.
Prof. Dr. Hans Rupprecht Goette (DAI / Berlin)

Zur Methode der Portraitforschung am Beispiel der Bildnisse des Caligula

Der Vortrag gibt zu Beginn einen Überblick über die Methode der Portraitforschung: Wie sollen römische Portraits studiert werden (und warum in dieser Weise) ? Anschließend geht es um die Rekonstruktion der Verbreitung der Herrscherportraits. Der Hauptteil des Vortrages beschäftigt sich dann mit den Bildnissen des Caligula (Kaiser: 37–41 n.Chr.), um zu zeigen, wie überaus ungewöhnlich diese wenigen Jahre waren in Bezug auf ‚Erfindungen‘ der Portraitrepräsentation und auf die Art der Verbreitung des Bildnisses. Vor dem Hintergrund der Portraitschöpfungen der anderen Kaiser des 1. Jhs. n. Chr. wird schließlich die Botschaft der Bildnisrepräsentation des Caligula beleuchtet, die mit Äußerungen antiker Historiker über jenen ‚verrückten‘ Kaiser verglichen werden können.


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 6. Dezember 2016, um 18 h c.t.
Esen Öğüş Ph.D. (Universität München)

Dokimeion sarcophagi from Asia Minor: Architectural style and conceptual differences from Rome and Athens

It has often been accepted that there are three main sarcophagus production centers in the Roman Empire: Rome, Athens and Dokimeion in Asia Minor. This paper aims to elucidate the formal and iconographic differences of the Dokimeion sarcophagi from those produced in the other centers. In Rome and Athens, mythological narratives prevail over other decorative themes, while in Asia Minor, standing human figures on an architectural background became the most favorable relief decoration for more than one hundred years. The reasons for this difference must be sought in the local honorific culture and aspirations to participate in the broader culture of the Roman Empire.


H A U S K O L L O Q U I U M
Dienstag, 29. November 2016 um 18 Uhr c.t.
D. Hagmann – V. Schreck – R. Woller – G. Schörner (Univ. Wien)

Forschungen im Orme- und Pesa-Tal (Toskana)

Im Vortrag werden aktuelle Forschungen vorgestellt, die im Rahmen des vom FWF geförderten Vienna Virginio Orme and Pesa Valley Project durchgeführt werden:
Nach einer kurzen Einleitung durch G. Schörner wird Dominik Hagmann B.A. zunächst eine Übersicht der im Projekt angewandten Methoden mit speziellem Fokus auf die Digitale Archäologie geben. Hierbei werden Aspekte der Datengenerierung ebenso behandelt wie solche der Datenverwaltung, der zeitgemäßen Daten-Dissemination sowie der Langzeitarchivierung.
Raffaela Woller B.A. bestimmt mittels verschiedener quantitativer Methoden, wie etwa Multi-Criteria-Analysis oder Monte-Carlo-Simulationen, die für die antike Landwirtschaft bevorzugten Regionen innerhalb des Untersuchungsgebiets. Auf diese Weise sollen geographische Anhaltspunkte für zukünftige Felduntersuchungen gegeben werden, ohne dabei jedoch das Problem der ‚Self-fulfilling prophecy‘ außer Acht zu lassen.
Veronika Schreck M.A. stellt das keramische Fundspektrum von Molino San Vincenzo vor, wobei vor allem Behältnisse unterschiedlicher Größen, die für die Lagerung von Nahrungsmitteln genutzt wurden, berücksichtigt werden. An Hand der gefundenen Gefäße soll anschließend auf landwirtschaftliche Produktion in der Antike geschlossen werden und diese in Zusammenhang mit dem ‚Agricultural Modelling‘ gesetzt werden.


V O R T R A G

Mittwoch, 23. November 2016 um ca. 19 Uhr

Mag. Dr. Josef Eitler

Die archäologischen Befunde am Melcherfeld: Gedanken zu einem der zentralen Plätze Teurnias


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 22. November 2016 um 18 Uhr c.t.
Prof. Dr. K. Stefan Freyberger (DAI Rom / München)

Das "Bautenrelief" aus dem Hateriergrab in Rom: eine neue Deutung

Das "Bautenrelief" aus dem Hateriergrab in Rom wurde sehr unterschiedlich interpretiert. Bis heute sind nicht alle der fünf dargestellten stadtrömischen Repräsentationsbauten eindeutig identifiziert. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Bauwerke in einer topografischen Abfolge den Weg des Leichenzuges für den Grabherrn, den Bauunternehmer Quintus Haterius Tychicus, illustrieren oder ob sie auf dessen ehemalige Tätigkeit verweisen. Ferner gilt zu überdenken, ob die Bauwerke den Zustand in der Entstehungszeit des Reliefs aus dem frühen 2. Jh. n. Chr. zeigen oder ob sie gar eine ältere Bauphase wiedergegeben. In dem Vortrag wird eine neue Deutung des „Bautenreliefs“ erörtert, die Form und Inhalt des Bildwerks in einem neuen Licht erscheinen lässt.


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 15. November 2016 um 18 Uhr c.t.
Prof. Dr. Carola Reinsberg (Universität Saarbrücken)

Bilder ohne Betrachter. Bildrezeption griechischer Sarkophage
Geht man heute über Friedhöfe, ist der Anblick von Erinnerungsmalen und sichtbaren Zeichen des Totengedenkens selbstverständlich. Schlichte Markierungen dienen der Erinnerung, Bildwerke formulieren Trauer und Verlust, vermitteln persönlichen Status ebenso wie allgemeine gesellschaftliche Wertverstellungen. Dies war in den antiken Nekropolen Roms und Athens kaum anders. Die Bilder auf griechischen Grabstelen waren für Passanten sichtbar, die Statuen und Sarkophage in römischen Mausoleen zumindest für die Hinterbliebenen. Ihre visuellen Botschaften blieben für die Nachwelt wirksam.
In den letzten Jahrzehnten kamen in der westlichen Türkei einige griechische Bildsarkophage ans Licht, die von einer sehr anderen Memorialkultur zeugen. In welcher Tradition sie stehen, wie ihre Kontexte zu rekonstruieren und ihre Darstellungen zu verstehen sind, will der Vortrag beleuchten.


H A U S K O L L O Q U I U M
Dienstag, 8. November 2016, um 18 h c.t.
Dr. Sebastian Prignitz (Österreichische Akademie der Wissenschaften)

Bauurkunden und Bauprogramm von Epidauros

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Arbeit an der Neuedition und Kommentierung der in der 2. Hälfte des 4. Jhs. v.Chr. verfaßten Bauurkunden aus dem Asklepiosheiligum von Epidauros. Der erste Band (mit den früheren Bauurkunden) ist 2014 erschienen.
Nach Fertigstellung der wichtigsten Einrichtungen im Heiligtum (Asklepiostempel, Tholos, Kultbild, Brunnenhaus) wurden ab der Mitte des 4. Jahrhunderts weitere Tempel sowie Nutzbauten errichtet. (Teilweise) erhalten blieben die Bauabrechnungen des Theaters, des Aphroditetempels, der Kleisia ("Gymnasium"), die Abrechnungen für die Gebäude im Heiligtum des Apollon Maleatas sowie "Sammelabrechnungen" für verschiedene Nutzbauten wie die ἐπὶ Κυνὸς σκανάματα. Vorgestellt werden die Bauurkunde des Aphroditetempels sowie die vier Bauurkunden des Apollon Maleatas - Heiligtums, mit Erläuterungen zu den  Besonderheiten der Bauten und ihrer Errichtung. Abgeschlossen wird der Vortrag mit einem Überblick über die Baugeschichte des Heiligtums.


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 25. Oktober 2016, um 18 h c.t.
Dr. Marina Cipriani (Museum Paestum)

Dinamiche di sviluppo, di continuità e di trasformazione di Poseidonia-Paestum e del territorio fra il VI sec. a. C. e l’età romana

Der Vortrag präsentiert die wichtigsten archäologischen Daten zur Entwicklung von Poseidonia-Paestum, beginnend mit einem kritischen Überblick über die ältere Forschung bis zu den neuen Ergebnissen von Grabungen und Oberflächensurvey. Er zeichnet ein Bild der wichtigsten Etappen in der Entwicklung dieser Stadt und des sie umgebenden Territoriums. Am Anfang steht die Gründung einer Siedlung durch die Bewohner von Sybaris auf der Halbinsel von Agropoli, die dem Poseidon geweiht war, der auch namensgebend für die Stadt wurde. Es folgt die Gründung der eigentlichen Stadt in der nördlich gelegenen Ebene und die schrittweise Strukturierung des Territoriums durch Nekropolen und Kultplätzen. Die folgende Zeit der Krise und der Veränderungen sowohl im Umland als auch in der Stadt unter der Herrschaft der Lukaner ist geprägt durch Prozesse der Kontinuität, aber auch der Veränderung mit der Errichtung von neuen Bauten, die das Bild der neuen, ethnisch gemischten Gesellschaft prägen, in der die griechische Sprache jedoch lebendig und weithin genutzt blieb.
Der wirkliche Einschnitt in der Geschichte Paestums kam mit der römischen Herrschaft und der Deduktion einer latinischen Kolonie im Jahr 273 v. Chr. Der deutliche Bruch mit der Vergangenheit wird sowohl in der Neugestaltung des öffentlichen Raums als auch im Umland sichtbar. In der weiteren Folgen blieb Paestum ein treuer Verbündeter Roms während der gesamten Zeit der Republik und erlebte in der frühen Kaiserzeit eine Blüte, die sich in der Bautätigkeit, vor allem in den reichen Stadthäusern in der Nähe des Forums, widerspiegelt. Erst die folgenden Jahrhunderte sind durch den langsamen Niedergang und die Entvölkerung des Umlands geprägt, ohne dass es je zu einer wirklichen Aufgabe des Siedlungsplatzes kam, wie für das 4. und 5. Jh. n. Chr. sowohl die Reparatur der Wasserleitung im östlich anschließenden Umland als auch die reiche Mosaikausstattung einiger luxuriöser Häuser in der Nähe des alten Athenatempels zeigen, der vermutlich zur Kirche und zum Bischofssitz umgestaltet wurde.


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 18. Oktober 2016, um 18 h c.t.
Dr.-Ing. Wolfgang Schwan (München)

Die Herstellermarken der Gipsabgüsse als Authentizitätsnachweis

Von den Gipsformereien an den Abgüssen angebrachte Marken geben wertvolle Hinweise auf die Zeit der Anfertigung dieser Abformungen. Wann ein Abguß genommen wurde, kann aus verschiedenen Gründen von Interesse sein: In manchen Fällen hat sich der Zustand des Originals seither drastisch verschlechtert oder verändert  (oder das Stück ist gänzlich verloren). In anderen Fällen ist es für die Sammlungsgeschichte wichtig, die Erwerbungs- und Anfertigungsdaten abzugleichen und den Weg der Objekte zu rekonstruieren. 
Im Vortrag werden die formalen Kriterien zur Identifizierung von Herstellermarken und ihre Bedeutung vorgestellt, und es werden einige Beispiele in der Archäologischen Sammlung der Universität Wien erörtert.


G A S T V O R T R A G
Dienstag, 11. Oktober 2016, um 18 h c.t.
Prof. Dr. Eugenio La Rocca (Universität Rom, La Sapienza)

I mosaici del ninfeo nelle fondazioni delle Terme di Traiano

Bei den Ausgrabungen in den Substruktionen der Trajansthermen kamen Reste monumentaler Gebäude zutage, deren Ausrichtung nahelegt, dass sie zu einer der Domus Aurea (dem Palast Neros) angegliederten Parkanlage gehören. In einem dieser Gebäude wurde ein Nymphäum mit sehr qualitätvollen Mosaiken gefunden. An der Westseite ist eine Art Theaterkulisse zu sehen, mit männlichen und weiblichen Figuren in Nischen, und einem sitzenden Mann etwa in der Mitte, der sich bekränzt und von weiblichen Figuren mit Kränzen und Blumengirlanden (Nymphen?) umgeben ist. Die Präsenz von Priestern und Musen gibt der Szene eine sakrale Atmosphäre. In der Mittelnische, über der sich bekränzenden Figur, ist ein Heros mit dem Palladion dargestellt (wohl Diomedes). Thema des Mosaiks ist die Apotheose eines epischen Dichters. Die Frisur läßt darauf schließen, dass der Dichter in hellenistischer Zeit (oder zu Beginn der Kaiserzeit) lebte. Die Anlage war ein Musaeum, ein Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen unter kaiserlicher Ägide. Der Stil des Mosaiks spricht für eine Ausführung in neronischer Zeit.


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