In Bewegung – Was? Wie? Warum? Zur Dynamik der Archäologie des frühen Mittelmeerraums

K E Y N O T E – SR 12

Erich Kistler (Universität Innsbruck)

Samstag, 14. Februar 2026, 17.00 Uhr

K E Y N O T E – SR 12

Samstag, 14. Februar 2026, 17.00 Uhr

Erich Kistler (Universität Innsbruck)

Seit Jahrtausenden prägen Mobilität, Austausch und Vernetzung, aber auch Fragmentierung und Konflikte den Mittelmeerraum. Diese historische Dynamik und ihre Einbettung in ein häufig postuliertes „mittelmeerisches“ Sondermodell standen und stehen im Mittelpunkt meiner archäologischen Forschung – einer Forschung, die selbst in Bewegung ist und sich über die vergangenen 25 Jahre kontinuierlich an neue methodische Zugänge und theoretische Rahmenbedingungen angepasst hat. In der Keynote nehme ich diese doppelte Dynamik zum Ausgangspunkt und verfolge zwei ineinandergreifende Perspektiven. Zum einen rekonstruiere ich zentrale methodische und paradigmatische Wendepunkte meiner Forschungspraxis – von postkolonialen Erklärungsmodellen über globalisierungstheoretische und netzwerkanalytische Ansätze bis hin zu aktuellen Debatten um Mobilität, Materialität und Agency. Zum anderen setze ich mich mit kritischen Rückmeldungen auseinander, die meine Arbeiten begleitet haben, und nutze sie als Ausgangspunkt für eine dialogische Selbstreflexion. Auf diese Weise möchte ich exemplarisch nachzeichnen, wie sich epistemologische Positionen und ihre Veränderungen auf die jeweiligen Forschungsperspektiven auswirken und damit beeinflussen, was sich wie und warum im frühen Mittelmeerraum „in Bewegung“ zeigt. Ziel meines Selbstexperiments ist es, zu einer Archäologie des Mittelmeerraums beizutragen, die die Dynamiken der Vergangenheit und die Dynamiken ihrer wissenschaftlichen Erschließung als wechselseitige Bewegungen versteht – und damit Forschung selbst als eine Form des Unterwegsseins begreift: kritisch, selbstreflexiv und offen für neue Richtungen.

Kontaktperson: Matthias Hoernes

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Foto © Erich Kistler