V O R T R A G –vor Ort (SE 12)
Die, 29. April 2025, um 18 Uhr s. t.
Barbara Borgers (IKA), Verena Gassner (IKA) und Carina Hasenzagl (Universität Gent)
FACEM (Fabrics of Ancient CEramics in the Mediterranean) ist ein Projekt zur Erforschung griechischer, punischer und römischer Keramikgattungen (z.B. Transportamphoren, Glanztonware, Gebrauchskeramik, Terra Sigillata), die zwischen dem 7. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. hergestellt und verhandelt wurden. Die Online-Referenzdatenbank (www.facem.at) enthält Abbildungen und Beschreibungen von Scherbentypen (fabrics) mit deren diagnostisch petrographischen Merkmalen und kombiniert diese mit Informationen zur Objekttypologie, Chronologie und archäologischen Fundstätte. Ziel ist es, die Ergebnisse zu Technologie, Herkunft und Handel von Keramik für weiterführende Studien frei zugänglich zu machen.
FACEM wurde 2011 am Institut für Klassische Archäologie an der Universität Wien gegründet und enthält bereits tausende Keramikdaten aus etwa 40 Produktionsgebieten im Mittelmeerraum, die aus der interdisziplinären Zusammenarbeit mit zahlreichen Forschern stammen. Vierzehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung braucht FACEM jedoch eine umfassende Überarbeitung, angepasst an neue technische Standards und Richtlinien digitaler Medien. Die Neugestaltung der Datenbank (Remaking FACEM) hat im Oktober 2024 mit finanzieller Unterstützung des FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds begonnen. In enger Zusammenarbeit mit dem IT-Support der Universität Wien wird eine neue Software implementiert, um eine langfristige Nutzung und Speicherung der Daten und einen FAIRen Informationsaustausch (FAIR Prinzipien) zu garantieren.
Mit neuen Keramikdaten aus drei laufenden Projekten zu Produktionsorten in Italien, Griechenland, der Türkei und Nordafrika, die zwischen dem 7. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr. datieren, wird FACEM auch seinen chronologischen und geographischen Rahmen erweitern. Dies wird neue Dialoge zur Rekonstruktion von sozialen Kontakten und Handelsbeziehungen zwischen antiken Gemeinschaften im gesamten Mittelmeerraum eröffnen und FACEM zu einer noch vielseitigeren digitalen Ressource in der archäologischen Keramikforschung machen.