Die phokäische Gründung der Stadt Elea – die frühe Siedlung auf der Akropolis

Elea ist eine griechische Stadt an der tyrrhenischen Küste Süditalien, die 540/530 v. Chr. von Bewohnern der ionischen Stadt Phokaia an der Westküste von Kleinasien gegründet wurde, nachdem sie die Stadt verlassen hatten, um nicht unter persische Herrschaft zu kommen (Her, I 163). Es war auch die Heimat des berühmten Philosophen Parmenides.

Bernhard Neutsch

Suchgraben E, 1971

Die früheste Siedlung der Stadt, die etwa die beiden ersten Generationen (bis 470 v. Chr.) erfasst, liegt auf der Akropolis und dem nach Westen folgenden Hügel. Ein großer Teil der Siedlung auf dem Südhang der Akropolis stellte das erste Grabungsobjekt der österreichischen Grabungen in Velia dar. B. Neutsch hatte hier 1969 auf Einladung des Soprintendenten M. Napoli begonnen zu graben. Mit der Übernahme der Professur in Innsbruck wurde das Projekt als österreichische Grabung fortgesetzt und bis 1977 große Teile des Südhangs freigelegt. Sie stellen, gemeinsam mit den von Mario Napoli an der Nordseite freigelegten und von Luigi Cicala von der Università di Studi Napoli Federico II publizierten Häusern die wichtigste Grundlage für unsere Kenntnis der frühen Stadt dar.

Trotz dieser Bedeutung und obwohl die Rolle Eleas als phokäische Kolonie und Teil des sog. phokäischen Handelsnetzes im Westen in der theoretischen Forschung oft diskutiert wurde, sind die Befunde mit ihrem reichem Material bis heute unpubliziert geblieben. Ziel des Projekts ist es, auf der Grundlage der Tagebücher, Zeichnungen und Fotos den Grabungsbefund zu rekonstruieren. Parallel dazu wurden die Funde inventarisiert. Ihre Bearbeitung steht im Focus des Projekts.

Terrassenmauer I, 1972

 

Bibliographie:

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