V O R T R A G – SR 12
Die, 13. Jänner 2026, um 18 Uhr s. t.
Asuman Lätzer-Lasar (Universität Wien)
Der Vortrag präsentiert erste Überlegungen zu einem neuen Forschungsprojekt zur sogenannten Tempelterrasse im Süden der antiken Stadt Sillyon in Pamphylien (Kleinasien). Im Mittelpunkt steht ein bislang nur punktuell untersuchter Sakralbezirk, der aufgrund seiner exponierten Lage an einem der höchsten topografischen Punkte der Stadt sowie seiner außergewöhnlich komplexen architektonischen Disposition besondere Aufmerksamkeit verdient. Das Heiligtum setzt sich aus einem vielschichtigen baulichen Ensemble zusammen, bestehend aus zwei nicht zueinander ausgerichteten Tempelbauten (Tempel A und dem bislang nicht sicher datierten Tempel B), einem Propylon, mehreren angrenzenden Nebenräumen sowie unterschiedlichen Infrastruktur- und Funktionsbauten wie Treppenanlagen, Zisternen und Felsbänken. Diese ungewöhnliche Konfiguration verweist auf eine differenzierte innere Struktur und wirft grundlegende Fragen zur Baugeschichte, zur urbanistischen Einbindung und zur kultischen Nutzung der Tempelterrasse innerhalb der Stadt Sillyon auf.
Auf der Grundlage der bislang verfügbaren Dokumentation, eigener Vorbeobachtungen und erster vergleichender Ansätze werden zentrale Fragestellungen zur inneren Organisation des Heiligtums, zu den funktionalen Verflechtungen seiner Baueinheiten sowie zu seiner Stellung im städtischen Gefüge entwickelt. In einem weiteren Schritt wird der Befund in den größeren Kontext des Tempelbaus in Kleinasien eingeordnet und im Hinblick auf regionale religiöse Landschaften diskutiert. Ziel ist es, die Besonderheiten der Tempelterrasse von Sillyon herauszuarbeiten und zugleich erste Hypothesen zu architektonischen Konzepten, Nutzungspraktiken und kultischen Rahmenbedingungen zu formulieren, die im Rahmen der kommenden Feldkampagnen überprüft und weiterentwickelt werden sollen.
Kontaktperson: Astrid Schmölzer
